Stolpersteine für homosexuelle NS-Opfer

Gemeinsam gegen das Vergessen – Stolpersteine für homosexuelle NS-Opfer
So lautet eine Initiative von  Bernhard Rosenkranz , einem der Autoren des Buches „Hamburg auf anderen Wegen“ (jetzt in 2. Auflage erhältlich) und Ulf Bollmann, Hamburger Staatsarchiv, ins Leben gerufenen Initiative. Seit dieser Zeit erhalten die Homosexuellen, die in Hamburg während der NS-Zeit verfolgt und ermordet wurden, durch systematische Nachforschungen ihre Namen symbolisch zurück. Dafür verlegt der Kölner Künstler Gunter Demnig so genannte Stolpersteine (Homepage für alle Steine in Hamburg:  www.stolpersteine-hamburg.de ). Die Schirmherrinschaft über die Hamburger Stolpersteine für alle Verfolgtengruppen hat Bischöfin  Maria Jepsen  übernommen.

Einen guten Einstieg in die Arbeit der Initiative und zur Quellenüberlieferung auch in englischer Sprache stellt uns freundlicherweise Struan Robertson von der Universität Hamburg zur Verfügung. An introduction to the project and about the sources in the archives can be found (in English, too) on the Homepage of Struan Robertson from the University Hamburg.

Im April 2010 wurde die Initiative zusammen mit den zahlreichen Stolpersteinforschern rund um die Geschichtswerkstätten mit der Lappenberg-Medaille des Vereins für Hamburgische Geschichte ausgezeichnet.

Am 20. Januar 2007 wurden Bernhard Rosenkranz und Ulf Bollmann für ihre Initiative „Gemeinsam gegen das Vergessen – Stolpersteine für homosexuelle NS-Opfer“ vom schwulen Hamburger Stadtmagazin hinnerk mit dem „Goldenen hinnerk“ für das Engagement des Jahres 2006 ausgezeichnet.

Die Initiatoren: „Das ist eine Würdigung unserer Arbeit für die Aufarbeitung der schwul-lesbischen Geschichte Hamburgs in der NS-Zeit. Unsere Arbeit wäre ohne die Unterstützung durch Bischöfin Maria Jepsen, der Stolperstein-Paten und vieler weiterer engagierter Personen nicht so erfolgreich. Dafür möchten wir uns bei allen bisherigen Unterstützern bedanken.“

Stolpersteine sind 10 x 10 cm große, mit Messingschildern versehene Betonsteine, die im Straßenpflaster vor den Häusern eingesetzt werden, in denen das jeweilige NS-Opfer seinen letzten Wohnsitz besaß. Sie tragen die Namen dieser Person, das Geburts- und Sterbedatum sowie die Vernichtungsstätte. Sie sind eine Ergänzung zu der Gedenkstätte für homosexuelle NS-Opfer im ehemaligen KZ Neuengamme und dem in der Planung befindlichen zentralen Homo-Mahnmal in Berlin, da sie uns direkt vor unserer Haustür an das Schicksal der Verfolgten erinnern.

Gunter Demnig setzt einen Stolperstein einBis heute hat Demnig rund 17.000 Steine in 400 Städten verlegt, davon rund 2.500 in der Hansestadt. Seit 2004 bis heute wird in Hamburg an 240 homosexuelle NS-Opfer erinnert, für mindestens weitere fünfzig Schicksale werden die Stolpersteine noch verlegt. Gunter Demnig über seine Arbeit: „Es ist ein Denkmal von unten. Es wird von der Bevölkerung geschaffen. Für mich ist es ganz wichtig, dass die Namen zurückgebracht werden, dorthin, wo diese Menschen ihr Zuhause hatten. Im KZ waren sie lediglich eine Nummer, die im Unterarm eintätowiert war.“ Bis auf die Verlegung der Steine liegt die Vorbereitung der Aktion bei den Bürgern. Erst wenn es  Paten  für die NS-Opfer gibt und die Lebensdaten der Personen recherchiert sind, beginnt die Arbeit Demnigs mit der Herstellung und der Verlegung der Steine.

Paten gesucht – 95 Euro gegen das Vergessen! Für einmalig 95 Euro (Spendenbescheinigung) kann jeder Einzelne oder jede Gruppe dafür sorgen, dass ein Stolperstein verlegt wird. Firmen, Nachbarn, Wohngemeinschaften, Kollegen, Sportgruppen oder Internet-Kontaktgruppen sind nur einige Beispiele für Patengemeinschaften. Das Ziel, an alle homosexuellen NS-Opfer durch Stolpersteine zu erinnern, können wir durch gemeinsames Engagement in der lesbisch-schwulen Community erreichen! Interessenten für eine Patenschaft können weitere Informationen per  E-Mail  abfragen.

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