Stolpersteine für homosexuelle NS-Opfer

Gemeinsam gegen das Vergessen – Stolpersteine für homosexuelle NS-Opfer
So lautet eine von  Bernhard Rosenkranz , einem der Autoren des Buches „Hamburg auf anderen Wegen“ und Ulf Bollmann, Angestellter im Hamburger Staatsarchiv, 2006 ins Leben gerufenen Initiative. Seit dieser Zeit erhalten die Homosexuellen, die in Hamburg während der NS-Zeit verfolgt und ermordet wurden, durch systematische Nachforschungen ihre Namen symbolisch zurück. Dafür verlegt der Kölner Künstler Gunter Demnig so genannte Stolpersteine (Homepage für alle Steine in Hamburg:  www.stolpersteine-hamburg.de ). Die Schirmherrinschaft über die Hamburger Stolpersteine für alle Verfolgtengruppen hat weiterhin Bischöfin i. R.  Maria Jepsen  inne. Nach dem Tod von Bernhard Rosenkranz wird die Arbeit mit Dr. Gottfried Lorenz fortgesetzt.

Einen guten  Einstieg in die Arbeit der Initiative  und zur  Quellenüberlieferung  auch in englischer Sprache stellt uns freundlicherweise Struan Robertson aus seiner Zeit an der Universität Hamburg zur Verfügung. An  introduction to the project and about the  sources in the archives  can be in the translation of Struan Robertson, written during his time at the University Hamburg.

Im April 2010 erhielt die Initiative zusammen mit den zahlreichen Stolpersteinforschern rund um die Geschichtswerkstätten die Lappenberg-Medaille des Vereins für Hamburgische Geschichte. Im Mai 2013 wurden Dr. Gottfried Lorenz und Ulf Bollmann mit dem „Hamburg Pride Award“ vom Verein Hamburg Pride ausgezeichnet.

Zuvor, am 20. Januar 2007 wurden Bernhard Rosenkranz und Ulf Bollmann für ihre Initiative „Gemeinsam gegen das Vergessen – Stolpersteine für homosexuelle NS-Opfer“ vom schwulen Hamburger Stadtmagazin hinnerk mit dem „Goldenen hinnerk“ für das Engagement des Jahres 2006 ausgezeichnet.

Die Initiatoren: „Das ist eine Würdigung unserer Arbeit für die Aufarbeitung der schwul-lesbischen Geschichte Hamburgs in der NS-Zeit. Unsere Arbeit wäre ohne die Unterstützung durch Bischöfin Maria Jepsen, der Stolperstein-Paten und vieler weiterer engagierter Personen nicht so erfolgreich. Dafür möchten wir uns bei allen bisherigen Unterstützern bedanken.“

Stolpersteine sind 10 x 10 cm große, mit Messingschildern versehene Betonsteine, die im Straßenpflaster vor den Häusern eingesetzt werden, in denen das jeweilige NS-Opfer seinen letzten Wohnsitz besaß. In besonderen Fällen sind es Orte der Verfolgung oder bekannte Wirkungsstätten. Sie tragen die Namen dieser Person, das Geburts- und Sterbedatum sowie die Vernichtungsstätte. Sie sind eine Ergänzung zu der Gedenkstätte für homosexuelle NS-Opfer im ehemaligen KZ Neuengamme und dem zentralen Homo-Mahnmal in Berlin, da sie uns direkt vor unserer Haustür an das Schicksal der Verfolgten erinnern.

Gunter Demnig setzt einen Stolperstein einBis heute hat Demnig rund 48.000 Steine in 750 Städten verlegt, davon über 4.500 in der Hansestadt. Seit 2004 bis heute wird in Hamburg an 306 homosexuelle NS-Opfer erinnert, für mindestens zwei weitere Schicksale werden die Stolpersteine noch verlegt. Gunter Demnig über seine Arbeit: „Es ist ein Denkmal von unten. Es wird von der Bevölkerung geschaffen. Für mich ist es ganz wichtig, dass die Namen zurückgebracht werden, dorthin, wo diese Menschen ihr Zuhause hatten. Im KZ waren sie lediglich eine Nummer, die im Unterarm eintätowiert war.“ Bis auf die Verlegung der Steine liegt die Vorbereitung der Aktion bei den Bürgern. Erst wenn es  Paten  für die NS-Opfer gibt und die Lebensdaten der Personen recherchiert sind, beginnt die Arbeit Demnigs mit der Herstellung und der Verlegung der Steine.

Paten gesucht – 120 Euro gegen das Vergessen! Für einmalig 120 Euro (Spendenbescheinigung) kann jeder Einzelne oder jede Gruppe dafür sorgen, dass ein Stolperstein verlegt wird. Firmen, Nachbarn, Wohngemeinschaften, Kollegen, Sportgruppen oder Internet-Kontaktgruppen sind nur einige Beispiele für Patengemeinschaften. Das Ziel, an alle homosexuellen NS-Opfer durch Stolpersteine zu erinnern, können wir durch gemeinsames Engagement in der lesbisch-schwulen Community erreichen! Interessenten für eine Patenschaft können weitere Informationen per  E-Mail  abfragen.

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