Stolpersteine für homosexuelle NS-Opfer

Ausstellung wird noch einmal präsentiert:
„Homosexuellen-Verfolgung in Hamburg 1919–1969“
5. –19.11.2009 Harburg Rathaus

Die Initiative „Gedenken in Harburg“, die sich um die Verlegung von Stolpersteinen und die Erinnerung an die Verbrechen der NS-Zeit in den Hamburger Stadtteilen südlich der Elbe von der Veddel über Wilhelmsburg bis nach Harburg verpflichtet fühlt, hat sich zum Jahresthema 2009 die Verfolgung Homosexueller in der NS-Zeit gesetzt.

Aus diesem Grund wird die erfolgreiche Ausstellung „Homosexuellen-Verfolgung in Hamburg 1919–1969“ in diesem Jahr noch einmal in Hamburg zu sehen sein, bevor sie ab 6.12.2009 für drei Monate in Berlin im Schwulen Museum gezeigt wird.

Homosexuellen-Verfolgung in Hamburg 1919–1969

Die Ausstellung, die bereits 2008 in der KZ-Gedenkstätte in Hamburg-Neuengamme und 2009 im Hamburger Rathaus gezeigt wurde, gewährt durch 48 großformatige Schautafeln und zahlreiche Exponate einen umfassenden Überblick über die Verfolgung homosexueller Frauen und Männer in Hamburg und gibt Einblicke in individuelle Schicksale. Die Themen reichen von der Denunziation Homosexueller aus der Bevölkerung, der so genannten „freiwilligen Entmannung“ über die Vernichtung der wirtschaftlichen Existenz (Entzug der ärztlichen Approbation, Aberkennung von akademischen Titeln) bis hin zur Verschleppung und Ermordung im KZ. Zeitzeugen kommen zu Wort und Musikbeispiele spiegeln die Stimmung der jeweilige Zeit wider.

Die Ausstellung von 2007, die in der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky gezeigt wurde, ist auf mehr als das Vierfache erweitert worden. Die Ausstellung wurde unterstützt von der Landeszentrale für politische Bildung und durch zahlreiche Spenden.

Terminkalender

Datum Ort Thema/Anmerkungen
25. August bis 16. Oktober 2009
Forum des Bildungs- und Verwaltungszentrums
(Rathausrückseite)
Willy-Brandt-Platz 2–6
Bochum

„Homosexuellen-Verfolgung in Hamburg 1919–1969“

5. bis 19. November 2009 Rathaus Harburg (Bezirksamt)
Harburger Rathausplatz 1
21073 Hamburg

„Homosexuellen-Verfolgung in Hamburg 1919–1969“
Öffnungszeiten: Mo–Do 8-17 Uhr, Fr 8–15 Uhr
Führungen: mittwochs 15 Uhr

7. Dezember 2009 bis 15. März 2010
Schwules Museum Berlin
Mehringdamm 61, 10961 Berlin

„Homosexuellen-Verfolgung in Hamburg 1919–1969“

Wir brauchen Ihre Unterstützung!

Damit die neuen Themen anhand von Originalexponaten präsentiert werden können, benötigen wir Zeitschriften, Bücher, Fotos, Streichholzbriefchen von Lokalen, Plakate, Flyer, Flugblätter etc.
Personen, die etwas für die Ausstellung beisteuern möchten, können sich an Bernhard Rosenkranz wenden: bernhardhh@gmx.de oder Tel. 040-85105044.

Unser Spendenkonto

Über eine finanzielle Unterstützung unserer Arbeit würden wir uns sehr freuen. Aus verwaltungstechnischen Gründen hat uns die AIDS-Seelsorge ein Spendenkonto unter dem Stichwort „Gemeinsam gegen das Vergessen“ eingerichtet. Selbstverständlich werden Spendenbescheinigungen ausgestellt.

AIDS-Seelsorge/KKVHH
EDG Kiel
BLZ 210 602 37
Konto 015107000
Stichwort: Gemeinsam gegen das Vergessen

Eindrücke von der Eröffnung am 26. April 2008 in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme

Dr. Sabine Bamberger Stemmann von der Landeszentrale für politische Bildung Dr. Sabine Bamberger-Stemmann, Leiterin der Landeszentrale für politische Bildung.

Im Hintergrund Schola Cantorosa in Matrosenanzügen (Anspielung auf das Fischer Medizin-Lexikon: „Homosexualität ist die Krankheit von Seeleuten und Mönchen.“)

Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Hamburger Ärztekammer: „Den Opfern von damals gebührt eine Entschuldigung der Ärzte von heute.“

Schrillerlocken und Schola Cantorosa singen gemeinsam das Lila Lied - die Hymne der Homosexuellenbewegung in den 20er-Jahren

Gedenken an homosexuelle NS-Opfer in der Ausstellung

Ausstellung „Gegen das Vergessen“ 2007

Erstmals war vom 2. März bis 19. Mai 2007 die Ausstellung „Homosexuellen-Verfolgung in Hamburg“ in der  Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky  (Von-Melle-Park 3, 20146 Hamburg) zu sehen.

Ansicht der Ausstellung in der Stabi

Aus dem Gästebuch der Ausstellung 2007

Ole von Beust wird von Bernhard Rosenkranz (m.) und Ulf Bollmann durcht die Ausstellung begleitet

Ole von Beust, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg: „Es ist eine notwendige und bedrückende Ausstellung.“
4. Mai 2007

„endlich – nach all der Zeit des Kämpfens – dieser tolle Abend der Aufklärung und Solidarisierung“
Peggy Parnass, Eintrag bei der Vernissage am 1. März 2007

„Durch diese Ausstellung hat unser Großonkel seine Seele wieder bekommen.“
Michael Dehlsen-Sell und Holger Dehlsen [Seifert], Eintrag bei der Vernissage am 1. März 2007

„In Frankreich, wo ich wohne, werden am 8. Mai, am Tag der Erinnerung des Endes des 2. Weltkrieges immer noch keine Gruppen von Homosexuellen zugelassen. Il reste pain sur la planche!“
Martin Geiss, Eintrag bei der Vernissage am 1. März 2007

„Eine Dokumentation, die zum Nachdenken und zur Trauer beiträgt.“
Rolf Kaletta, Neffe von Emanuel Kaletta, 2. März 2007

„Vielen ist gar nicht bekannt, dass die Nazi-Fassung des Paragraphen 175 bis 1969 galt!“
Wolfgang Schreiber, Amsterdam, Großneffe von Carl Bruns, 2. März 2007

„Wieder ein wichtiger kleiner Beitrag zur Verwirklichung des Humanismus. Aber es fehlt noch viel Menschlichkeit als uneingeschränktes Allgemeingut für Alle zu gewährleisten.“
Steffi Wittenberg, 3. März 2007

Ulf Bollmann, Bernhard Rosenkranz und Michael Neumann (v.l.n.r)

„Eine ganz wichtige Ausstellung, die viele Hamburger sehen müssen!
Die Verbrechen der Jahre 1933–1945 waren kein „Betriebsunfall“ wie die Ausstellung zeigt. Sie gehört in das Herz unserer Stadt. Hoffentlich bald ins Hamburger Rathaus. Danke!“
Michael Neumann, Vorsitzender der SPD-Bürgerschaftsfraktion, 29. März 2007

„Demut, Respekt, Demut, Ehrfurcht an alle, die für uns leiden mussten! Dank, Respekt, Demut, Ehrfurcht an Bernhard Rosenkranz & Ulf Bollmann sowie allen, die sich dafür einsetzen, daß sichtbar gemachte Schicksale von verfolgten Homosexuellen uns weiter bringen auf unserem Weg!“
Hans-Peter Boltres für den Völklinger Kreis

„Na, da bin ich lieber asozial und lesbisch als Hete! Noch gibt es Diskriminierungen genug und solange Menschen nicht fähig sind, andere so stehen zu lassen wie sie sind mit all ihren Facetten, kann man nix besseres erwarten.“
anonym, 24. März 2007

„Eindrucksvoll, wichtig, Dank für Ihr Engagement!“
Josef Hussek, Staatsoper Hamburg, 27. März 2007

„War mir alles bekannt, trotzdem bin ich durch die Konfrontation mit den Zeitzeugnissen erschüttert. Und: Für uns ist das alles Vergangenheit, für Schwule in anderen Ländern auch heute noch furchtbare Realität...“
Michael Herzog, 3. April 2007

„Eine längst überfällige Reise in Hamburgs nicht weltoffene Vergangenheit. Dank an die Initiatoren und Macher der Ausstellung! Mein Motto: Keine Zukunft ohne Vergangenheit. In diesem Sinne wünsche ich dieser Stadt mehr von solchen Erinnerungen.“
Farid Müller, GAL-Bürgerschaftsabgeordneter, 4. April 2007
Farid Müller, Jörg Ebel und Bernhard Rosenkranz

„Vielen Dank für diese erschütternde Ausstellung. Es ist erschreckend, das eine solche Ausstellung auch 2007 noch Privatsache ist. Nachdem die Opfer der Verfolgung von 1933–45 alle verstorben sind, sollten wir jetzt die Zeit von 1949–1969 eilig aufarbeiten – diese Opfer leben noch – und auch die Täter!“
Jörg Ebel, QueerGAL, 4. April 2007

„... Besonders erfreut hat mich die angemessene Darstellung lesbischer Frauen, ohne Vereinnahmung, mit spezifischer Analyse als Schwarz-Winkel-Verfolgte. Auf das noch viele über unsere Geschichte stolpern.“
Bea Trampenau, Lesbenverein Intervention e.V.

Corny Littmann (l.)

„Nicht nur eine sehr interessante, sondern viel mehr eine sehr wichtige Ausstellung!! Dank an die Stabi, die Initiatoren und Macher.“
Corny Littmann, 31. März 2007

„In dunklen Stunden brauchen wir die Eigenschaften von Blumen – die ihr Gesicht dem Licht zuwenden, damit die Schatten hinter sie fallen. Vielen Dank für den Mut, die Kraft und Ihr Engagement für diese bewegende Ausstellung!“
Thomas und Christian Gottschalk, 18. Mai 2007

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