Stolpersteine für homosexuelle NS-Opfer

Plakat der Ausstellung

Neue Ausstellung:
„Liberales Hamburg? Homosexuellen-Verfolgung durch Polizei und Justiz nach 1945“

Die Verfolgung Homosexueller endete nicht mit Kriegsende. Auch nach 1945 galt der §175, der männliche Homosexualität unter Strafe stellte, unverändert in der vom NS-Regime verschärften Fassung weiter. Und so setzten auch Polizei und Justiz die Strafverfolgung nahezu unverändert fort. Zwar gab es keine Konzentrationslager und „freiwillige Kastrationen“ mehr; wer dieses aber vor 1945 erlitten hatte, war trotzdem von Entschädigungen ausgeschlossen, da Homosexuelle weiterhin als Verbrecher galten.

Die Ausstellung, die von der Behörde für Justiz und Gleichstellung gefördert wurde, arbeitet anhand umfangreicher Aktenrecherchen auf, wie die Situationen lesbischer Frauen und schwuler Männer nach dem Krieg waren. Sie zeigt, wer die Verantwortlichen für die fortgesetzte Verfolgung waren und welche Persönlichkeiten sich für die in den 1960er-Jahren langsam beginnende Liberalisierung einsetzten.

Gruppenführungen können mit Dr. Lorenz per  E-Mail  oder unter der Telefonnummer 040-7104922 vereinbart werden.

Titel der Broschüre „Liberales Hamburg“Begleitend zur Ausstellung ist bei  Lambda Edition  eine 92-seitige Broschüre erschienen, die die Ergebnisse dieser Ausstellung für die Forschung festhält.
„Liberales Hamburg?“, 92 Seiten Din A4, 9,80 €, Lambda Edition Hamburg, ISBN 978-3-925495-33-5

Terminkalender

Datum Ort Thema/Anmerkungen

Donnerstag, 23. Juli bis Sonnabend, 22. August 2015

Ausstellung „Liberales Hamburg? Homosexuellenverfolgung durch Polizei und Justiz nach 1945“

Die Verfolgung Homosexueller endete nicht mit Kriegsende. Auch nach 1945 galt der §175, der männliche Homosexualität unter Strafe stellte, in der vom NS-Regime verschärften Fassung weiter. Und so setzten auch Polizei und Justiz die Strafverfolgung nahezu unverändert fort. Zwar gab es keine Konzentrationslager und „freiwillige Kastrationen“ mehr; wer dieses aber vor 1945 erlitten hatte, war trotzdem von Entschädigungen ausgeschlossen, da Homosexuelle weiter nichts als Verbrecher waren.
Die Ausstellung, die von der Behörde für Justiz und Gleichstellung gefördert wurde, arbeitet anhand umfangreicher Aktenrecherchen auf, wie die Situationen lesbischer Frauen und schwuler Männer nach dem Krieg waren. Sie zeigt, wer die Verantwortlichen für die fortgesetzte Verfolgung waren und welche Persönlichkeiten sich für die in den 1960er-Jahren langsam beginnende Liberalisierung einsetzten.

Ein  Begleitbuch  hält die neuen Forschungsergebnisse der Ausstellung fest und vertieft sie.

Öffnungszeiten: Montag bis Sonnabend von 11 bis 19 Uhr.

Foyer der Zentralbibliothek der Bücherhallen Hamburg, Hühnerposten 1

Donnerstag, 23. Juli 2015, 18 Uhr

Eröffnung der Ausstellung „Liberales Hamburg? Homosexuellenverfolgung durch Polizei und Justiz nach 1945“

Begrüßung durch Hella Schwemer-Martienßen,
Direktorin der Bücherhallen Hamburg,
Vorstellung der Initiative „Gemeinsam gegen
das Vergessen – Stolpersteine für homosexuelle
NS-Opfer“ durch Ulf Bollmann und
Vortrag „Sind Schriftsteller tolerant? Von Böll und
Grass bis Jelinek und Hübsch – Homophobie in
der deutschsprachigen Nachkriegsliteratur“ von Dr. Gottfried Lorenz.

Foyer der Zentralbibliothek der Bücherhallen Hamburg, Hühnerposten 1
 Bitte beachten Sie auch unsere aktuellen  Veranstaltungstermine !

Eindrücke von der Eröffnung am 22. Juli 2013

In der ersten Reihe, von links nach rechts:
Ausstellungsmacher Dr. Gottfried Lorenz,
Justizsenatorin Jana Schiedek,
Polizeipräsident Wolfgang Kopitzsch,
Schirmherrin Bischöfin i.R. Maria Jepsen,
die Präsidentin des Hanseatischen Oberlandesgerichts Erika Andreß
und Ausstellungsmacher Ulf Bollmann

Ausstellungseröffnung „Liberales Hamburg?“ am 22. Juli 2013 Musikalische Begleitung durch den Männerchor Batenoba
Die Broschüre zur Ausstellung war beim Stand des Bücherladen Männerschwarm erhältlich.
Ausstellungsmacher Dr. Gottfried Lorenz und Justizsenatorin Jana Schiedek
Viel Publikum füllte die Grundbuchhalle des Ziviljustizgebäudes.

 

Homosexuellen-Verfolgung in Hamburg 1919–1969

Die Ausstellung, die bereits 2008 in der KZ-Gedenkstätte in Hamburg-Neuengamme und 2009 im Hamburger Rathaus gezeigt wurde, gewährt durch etwa 50 großformatige Schautafeln und zahlreiche Exponate einen umfassenden Überblick über die Verfolgung homosexueller Frauen und Männer in Hamburg und gibt Einblicke in individuelle Schicksale. Die Themen reichen von der Denunziation Homosexueller aus der Bevölkerung, der so genannten „freiwilligen Entmannung“ über die Vernichtung der wirtschaftlichen Existenz (Entzug der ärztlichen Approbation, Aberkennung von akademischen Titeln) bis hin zur Verschleppung und Ermordung im KZ. Zeitzeugen kommen zu Wort und Musikbeispiele spiegeln die Stimmung der jeweiligen Zeit wider.

Sie wurde im Hamburger Rathaus, in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme, im Schwulen Museum Berlin, in Bochum und im Rathaus der Stadt Essen gezeigt.

Teile der Ausstellung waren, z.T. mit regionalen Ergänzungen, auch in der Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl Ossietzky, im Stadtgeschichtlichen Museum Waren/Müritz, im Rathaus Harburg und an anderen Veranstaltungsorten ausgestellt.

Wir brauchen Ihre Unterstützung!

Damit die neuen Themen anhand von Originalexponaten präsentiert werden können, benötigen wir Zeitschriften, Bücher, Fotos, Streichholzbriefchen von Lokalen, Plakate, Flyer, Flugblätter etc.
Personen, die etwas für die Ausstellung beisteuern möchten, können sich an Ulf Bollmann wenden.

Unser Spendenkonto

Über eine finanzielle Unterstützung unserer Arbeit würden wir uns sehr freuen. Aus verwaltungstechnischen Gründen hat uns die AIDS-Seelsorge ein Spendenkonto unter dem Stichwort „Gemeinsam gegen das Vergessen“ eingerichtet. Selbstverständlich werden Spendenbescheinigungen ausgestellt.

AIDS-Seelsorge/KKVHH
EDG Kiel
BLZ 210 602 37
Konto 015107000
Stichwort: Gemeinsam gegen das Vergessen

Eindrücke von der Eröffnung am 26. April 2008 in der KZ-Gedenkstätte Neuengamme

Dr. Sabine Bamberger Stemmann von der Landeszentrale für politische Bildung Dr. Sabine Bamberger-Stemmann, Leiterin der Landeszentrale für politische Bildung.

Im Hintergrund Schola Cantorosa in Matrosenanzügen (Anspielung auf das Fischer Medizin-Lexikon: „Homosexualität ist die Krankheit von Seeleuten und Mönchen.“)

Dr. Frank Ulrich Montgomery, Präsident der Hamburger Ärztekammer: „Den Opfern von damals gebührt eine Entschuldigung der Ärzte von heute.“

Schrillerlocken und Schola Cantorosa singen gemeinsam das Lila Lied - die Hymne der Homosexuellenbewegung in den 20er-Jahren

Gedenken an homosexuelle NS-Opfer in der Ausstellung

Ausstellung „Gegen das Vergessen“ 2007

Erstmals war vom 2. März bis 19. Mai 2007 die Ausstellung „Homosexuellen-Verfolgung in Hamburg“ in der  Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky  (Von-Melle-Park 3, 20146 Hamburg) zu sehen.

Ansicht der Ausstellung in der Stabi

Aus dem Gästebuch der Ausstellung 2007

Ole von Beust wird von Bernhard Rosenkranz (m.) und Ulf Bollmann durcht die Ausstellung begleitet

Ole von Beust, Erster Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg: „Es ist eine notwendige und bedrückende Ausstellung.“
4. Mai 2007

„endlich – nach all der Zeit des Kämpfens – dieser tolle Abend der Aufklärung und Solidarisierung“
Peggy Parnass, Eintrag bei der Vernissage am 1. März 2007

„Durch diese Ausstellung hat unser Großonkel seine Seele wieder bekommen.“
Michael Dehlsen-Sell und Holger Dehlsen [Seifert], Eintrag bei der Vernissage am 1. März 2007

„In Frankreich, wo ich wohne, werden am 8. Mai, am Tag der Erinnerung des Endes des 2. Weltkrieges immer noch keine Gruppen von Homosexuellen zugelassen. Il reste pain sur la planche!“
Martin Geiss, Eintrag bei der Vernissage am 1. März 2007

„Eine Dokumentation, die zum Nachdenken und zur Trauer beiträgt.“
Rolf Kaletta, Neffe von Emanuel Kaletta, 2. März 2007

„Vielen ist gar nicht bekannt, dass die Nazi-Fassung des Paragraphen 175 bis 1969 galt!“
Wolfgang Schreiber, Amsterdam, Großneffe von Carl Bruns, 2. März 2007

„Wieder ein wichtiger kleiner Beitrag zur Verwirklichung des Humanismus. Aber es fehlt noch viel Menschlichkeit als uneingeschränktes Allgemeingut für Alle zu gewährleisten.“
Steffi Wittenberg, 3. März 2007

Ulf Bollmann, Bernhard Rosenkranz und Michael Neumann (v.l.n.r)

„Eine ganz wichtige Ausstellung, die viele Hamburger sehen müssen!
Die Verbrechen der Jahre 1933–1945 waren kein „Betriebsunfall“ wie die Ausstellung zeigt. Sie gehört in das Herz unserer Stadt. Hoffentlich bald ins Hamburger Rathaus. Danke!“
Michael Neumann, Vorsitzender der SPD-Bürgerschaftsfraktion, 29. März 2007

„Demut, Respekt, Demut, Ehrfurcht an alle, die für uns leiden mussten! Dank, Respekt, Demut, Ehrfurcht an Bernhard Rosenkranz & Ulf Bollmann sowie allen, die sich dafür einsetzen, daß sichtbar gemachte Schicksale von verfolgten Homosexuellen uns weiter bringen auf unserem Weg!“
Hans-Peter Boltres für den Völklinger Kreis

„Na, da bin ich lieber asozial und lesbisch als Hete! Noch gibt es Diskriminierungen genug und solange Menschen nicht fähig sind, andere so stehen zu lassen wie sie sind mit all ihren Facetten, kann man nix besseres erwarten.“
anonym, 24. März 2007

„Eindrucksvoll, wichtig, Dank für Ihr Engagement!“
Josef Hussek, Staatsoper Hamburg, 27. März 2007

„War mir alles bekannt, trotzdem bin ich durch die Konfrontation mit den Zeitzeugnissen erschüttert. Und: Für uns ist das alles Vergangenheit, für Schwule in anderen Ländern auch heute noch furchtbare Realität...“
Michael Herzog, 3. April 2007

„Eine längst überfällige Reise in Hamburgs nicht weltoffene Vergangenheit. Dank an die Initiatoren und Macher der Ausstellung! Mein Motto: Keine Zukunft ohne Vergangenheit. In diesem Sinne wünsche ich dieser Stadt mehr von solchen Erinnerungen.“
Farid Müller, GAL-Bürgerschaftsabgeordneter, 4. April 2007
Farid Müller, Jörg Ebel und Bernhard Rosenkranz

„Vielen Dank für diese erschütternde Ausstellung. Es ist erschreckend, das eine solche Ausstellung auch 2007 noch Privatsache ist. Nachdem die Opfer der Verfolgung von 1933–45 alle verstorben sind, sollten wir jetzt die Zeit von 1949–1969 eilig aufarbeiten – diese Opfer leben noch – und auch die Täter!“
Jörg Ebel, QueerGAL, 4. April 2007

„... Besonders erfreut hat mich die angemessene Darstellung lesbischer Frauen, ohne Vereinnahmung, mit spezifischer Analyse als Schwarz-Winkel-Verfolgte. Auf das noch viele über unsere Geschichte stolpern.“
Bea Trampenau, Lesbenverein Intervention e.V.

Corny Littmann (l.)

„Nicht nur eine sehr interessante, sondern viel mehr eine sehr wichtige Ausstellung!! Dank an die Stabi, die Initiatoren und Macher.“
Corny Littmann, 31. März 2007

„In dunklen Stunden brauchen wir die Eigenschaften von Blumen – die ihr Gesicht dem Licht zuwenden, damit die Schatten hinter sie fallen. Vielen Dank für den Mut, die Kraft und Ihr Engagement für diese bewegende Ausstellung!“
Thomas und Christian Gottschalk, 18. Mai 2007

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